Weihnachtsoratorium

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Information
9. Dezember 2018
18:00
Ort: 
Thomaskirche
Veranstaltende Gemeinde: 
Programminformationen: 

Arnold Melchior Brunckhorst (ca. 1670-1725): Die Weihnachtsgeschichte
Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749): Weihnachtskantaten zum ersten bis dritten Weihnachtstag für den Hof Schwarzburg-Sondershausen

Ewa Stoschek, Sopran
Johanna Werhahn, Alt
Bohyeon Mun, Tenor
Dashuai Jiao, Bass

Ev. Kantorei Kempen
Rheinisches Oratorienorchester

Leitung: Stefanie Hollinger

Eintrittskarten zu 25,- € bis 15,- € sind ab November bei der Ev. Kirchengemeinde Kempen, Kerkener Str. 13, 47906 Kempen, Tel.: 02152 890960 erhältlich.

Der Begriff „Weihnachtsoratorium“ ist für den heutigen Musikliebhaber eng mit dem Namen J.S. Bach verknüpft. Dabei komponierte Bach nie ein zusammenhängendes großes Werk, ein „Oratorium“ zur Weihnachtszeit.

Zur Weihnachtszeit erklingen in immer wieder ausverkauften Räumen seine Kantaten, die er für die Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen komponierte und die einzeln aufgeführt wurden.

Sein Zeitgenosse Gottfried Heinrich Stölzel, der von 1719 bis zu seinem Tod 1749 Hochfürstlicher Sachsen-Gothaischer Kapellmeister in Gotha war, ist heute weitgehend unbekannt.

Stölzel studierte neben der Musik auch Theologie, verfasste selbst Kantatentexte -„Poesien“, musiktheoretische Schriften und war ein äußerst produktiver Komponist.

Weite Teile seines nachweisbaren, umfangreichen Œuvres sind heute leider verschollen. Von über 1000 Kantaten, die Stölzel geschrieben haben muss, ist nur noch etwa die Hälfte tradiert.

Dies ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass er neben seiner Tätigkeit für den Hof in Gotha auch für den Hof Schwarzburg-Sondershausen Kantaten anfertigte, die heute noch erhalten sind.

Sechs dieser Kantaten zu den Weihnachtsfeiertagen fügen wir zu einem „Weihnachtsoratorium“ zusammen. Thematisch behandeln sie jeweils die Epistel- und die Evangelium-Lesung des jeweiligen Feiertages.

Stölzels Kantaten waren in seiner Zeit vorbildhaft: die Einheit zwischen Text und Musik auch in den Kantaten, deren Texte Stölzel nicht verantwortete, wie auch in den Weihnachtskantaten, deren Texte auf Pfr. Johannes Caspar Manhardt (1685-1747) zurückgehen, ist bemerkenswert. Sie sind in ihrer innigen Festlichkeit Kleinode protestantischer Kantatenkunst.

Seine Musik, die „Gemüt und Seele“ bewegt, hat ein kompositorisch-handwerklich außerordentliches hohes Niveau.
Auch J.S. Bach führte in Leipzig einen ganzen Kantatenjahrgang Stölzels auf, was auf die große Bedeutung Stölzels in seiner Zeit hinweist.

Von Arnold Melchior Brunckhorst weiß man nur sehr wenig. Er war Stadtorganist in Celle. Von seinen Werken sind nur wenige überliefert. Sie erinnern in ihrer Musizierfreudigkeit an Kompositionen Buxtehudes.

Die Weihnachtsgeschichte gehört – neben den wesentlich größer angelegten Weihnachtsoratorien von Schütz oder J.S. Bach zu den wenigen instrumental begleiteten Vokalmusiken, denen der vollständige Text des Weihnachtsevangeliums nach Lukas unterlegt ist.